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InterFaces Out of paper
Jarvis Helwig
© edition marehalm
- Auflage 2026
Herausgeberin: Dr. Karin Tuxhorn
Intro: Dr. phil. Leena Petersen
Fotos und Texte: Jarvis Helwig
Übersetzung: Nicholas Gray
Gestaltung: Büro für Grafische Gestaltung - Kerstin Schröder, Paul Ring
Bildbearbeitung: Christian Ring
Druck: Hans Gieselmann Druck und Medienhaus GmbH & Co. KG
Hardcover 128 Seiten
24,50 €
ISBN: 978-3-943628-13-5
Im Wandel begriffen
Jarvis Helwig
©2023 pictus verlag
Herausgeber: Hans-Heinrich Lüth
Einleitung. Dr. Uta Kuhl
Fotos und Texte: Jarvis Helwig
Gestaltung: Bernd Bednarz
Druck: Breklumer-Print-Service
Softcover 64 Seiten
15,- €
ISBN: 978-3-94967406-8
Intro
Von Dr. Leena Petersen
Auszug aus dem Einführungsext des Katalogs:
InterFaces Out of paper
© edition marehalm
1.Auflage 2026
"Geschwungene Linien, eingefangene Gesten aus Papier, die sich in den Raum winden, zu greifen scheinen oder sich in Stille zusammenrollen; viele Skulpturen von Jarvis sind auf einem gewichtigen Fundament, einer Schwere begründet. Diese wird im Zusammenspiel mit dem zarten Papier auf unergründliche Art und Weise in lebendige Leichtigkeit verwandelt, ohne ihre Gewichtigkeit zu verlieren. Die Skulpturen entwickeln ein Eigenleben in der Betrachtung, begegnen mir als Gegenüber und verwandeln sich.
Die Skulpturen sind dabei nicht stumm oder indifferent, sie sprechen mich an, sie verändern sich. In meinem Angesprochensein begegnen sich viele Möglichkeiten, ich kann meine Verbindung zur Welt in der Verbindung des Künstlers zur Skulptur finden, erfragen, hinterfragen, und gleichzeitig unsere Unterschiedlichkeit anerkennen. Es ist eine Freiheit darin, die in diesen Zeiten verwunderlich und gleichzeitig zeitlos erscheint.(...)"
Intro
by Dr. Leena Petersen
Excerpt from the introductory text of the book:
InterFaces Out of paper
© edition marehalm
1st edition 2026
"Sweeping lines, captured gestures made of paper that wind their way through space, that seem to reach out or curl up in silence; many of Jarvis' sculptures are based on a weighty foundation, a heaviness. Through an interplay with delicate paper, this heaviness is transformed in an unfathomable way into a living lightness, but without losing its gravity. These sculptures develop a life of their own when viewed: they encounter me as counterparts, transforming themselves in the process.
The sculptures are not silent or indifferent; they speak to me, they mutate. Being addressed in this way, many possibilities open up for me. I can find my connection to the world in the artist's connection to the sculpture; I can enquire about and question these connections; at the same time, I can acknowledge our differences. There is a freedom in this that seems wondrous and, in these times, simultaneously timeless.(...)"
Bildwerke
Von Dr. Uta Kuhl
Auszug aus dem Einführungsext des Katalogs:
Im Wandel begriffen
edition 42 galerie lüth
©pictus verlag 2023
"Die Bildhauerei ist die Kunst, die in den Raum hinein wirkt, sich als Form im Raum entfaltet und in ihrer Materialität dem Raum widersteht. Sie wirkt entscheidend durch ihre plastische Form, auch – oder gerade wenn – ihr Gegenstand abstrakt ist. Das sinnliche Empfinden des Raums, das Erleben der Dreidimensionalität ist ihr gestalterischer Ausgangspunkt. Oder wie Jarvis Helwig es für seine plastischen Arbeiten formuliert:
„Die Entscheidung für die Skulptur als Medium war mein kreativer Durchbruch. Das Dreidimensionale der Skulptur war es endlich, was mich ausfüllen konnte; […] ist im Raum mit mir, mit dem Licht und der Luft“
Daraus ergibt sich eine untrennbare Verbindung von Form und Inhalt, die für die Arbeiten Helwigs wesentlich ist. Dazu kommt als weiterer entscheidender Faktor die Wahl des Materials.
(...) Stärker als Stein oder Bronze öffnen die Gestaltungsmöglichkeiten des Papiermaché den Gedankenraum an Werden und Vergehen als unausweichliche Prozesse in der Natur, an die Vergänglichkeit allen Lebens – Vanitas. (...)
Imagery
by Dr. Uta Kuhl
Excerpt from the introductory text of the catalogue:
Im Wandel begriffen
edition 42 galerie lüth
©pictus verlag 2023
"Sculpture is the art that acts into the room, unfolding as a form and resisting the environment by its materiality. It has a decisive effect through its sculptural form, even if - or especially if - its subject matter is abstract. The sensual perception of a space, the experience of three-dimensionality is its creative source. Or as Jarvis Helwig defines it for his sculptural work:
"The decision for sculpture as a media was my creative breakthrough. The three-dimensionality of sculpture was finally what could complete me; [...]
is in the room with me, with the light and the air"
This results in an inseparable connection between form and content, which is essential for Helwig's work. Another decisive factor is the choice of material.
(...)More so than stone or bronze, the shaping possibilities of paper-mâché open up the consideration of growth and decay as unavoidable processes in nature, of the transience of all life – vanitas. (...)
Ursprünge
Von Dr. Karin Tuxhorn
Auszug aus dem Einführungstext zur Ausstellung Ursprünge
Ellen Ribbe und Jarvis Helwig / Galerie Lüth 2025
"Jarvis Helwig und Ellen Ribbe:
Ursprünge - so der Titel dieser Ausstellung.
Zeichnungen und Skulpturen werden zusammen gebracht, und sie gehen einen Dialog auf Augenhöhe, gleichberechtigt und symbiotisch ein. Sie ergänzen sich kraftvoll und sind miteinander dynamisch. Beide Künstler senden ihre eigene Botschaft, ihre Kunst spricht ihre eigene Sprache, und diese gemalte Bild- bzw Skulpturensprache vermag uns zu faszinieren, denn man kann die Künstlerseele erkennen, da beide ihre eigene künstlerische Position gefunden haben. Kunst beginnt da, wo Worte nicht ausreichen, wo sich Gedanken und Ideen sinnbildlich verkleiden und wo man hinter die Dinge blicken muss.
So sagt Jarvis:
"Kreativität ist ein Zusammenspiel von Intention und einem Zulassen des Unvorhergesehenen, wie ein Fluss.
Und man steigt niemals gleich aus diesem Fluss heraus; man entwickelt sich – fließend."
(...) Jarvis sieht etwas, was wir vielleicht -noch- nicht sehen, aber wir können dieses ETWAS durch ihn finden. Er hat seine eigene Formsprache und Kunst-Identität gefunden. Auch in seinen Skulpturen kann man Spuren suchen, Spuren wie zum Beispiel das Fundament und das Werk und der Name zusammengefunden haben könnten. Spuren, ob die Farbgebung die Bedeutung verstärkt, verändert, ergänzt oder gar ausschlaggebend für das Objekt ist?
Wenn man einfach nur schaut, genießt und nicht in kunsthistorischen Kategorien analysiert, dann erkennt man Perspektiven, die einen erfreuen, über die man diskutieren möchte. Und genau das ist ja der richtige Weg von Kunst, Kunst soll mit uns sprechen. (...)
Origins
by Dr. Karin Tuxhorn
Excerpt from the introductory text to the exhibition Origins
Ellen Ribbe and Jarvis Helwig / Gallery Lüth 2025
"Jarvis Helwig and Ellen Ribbe:
Sources is the title of this exhibition
Drawings and sculptures are brought together and enter into a dialog at eye level, on an equal footing and symbiotically. They complement each other perfectly and are dynamic together. Both artists communicate their own message, their art speaks its own language, and this painted pictorial or sculptural language is able to fascinate us, because we can recognize the artist's soul, as both have found their own artistic position. Art begins where words are not enough, where thoughts and ideas are symbolically disguised and where you have to look behind and beyond things.
Jarvis says:
"Creativity is an interplay between intention and allowing the unforeseen to happen, as in a river. And you never emerge unchanged from this river; you evolve – in the flow."
(...) Jarvis sees something that we may not -yet- see, but we can find this SOMETHING thanks to him. Helwig has reached his own formal language and artistic identity. You can also look for traces in his sculptures, traces of how, for example, the base and the piece and the name could have come together. Traces of whether the colouring intensifies, changes, amends or is even decisive for the object?
If you simply look, enjoy and do not analyze in art-historical categories, then you will recognize perspectives that delight you, that you want to discuss. And that's exactly the right way for art to act - art should speak to us. (...)
Par hasard
Von Detlef Schlagheck
Auszug aus dem Einführungsext zur Ausstellung par hasard
Wohnraumgalerie 16 / Kiel 2023
"Jarvis Helwig
(...) Sein Material findet er in der Kombination von Papierfasermasse und Drahtgeflecht. Am Ende des Formungsprozesses überzieht er die Skulptur mit Farbe. Er bemalt sie. Jarvis betont, daß sich seine Kunst innerhalb eines Recyclingprozesses befindet. Die papierene Haut war einmal Zeitung und Buchstaben. Text. In einigen seiner Skulpturen verwendet er auch Möbel, die durch seinen Eingriff weiterentwickelt werden. Ein bestimmter, nämlich der Möbelkontext, wird zwar nicht aufgehoben, aber sozusagen geöffnet. Stets wollen wir die Welt begreifen und einordnen, um uns sicher durch unser Leben zu bewegen.
Durch Jarvis Überformung und Gestaltung sind wir allerdings verunsichert und herausgefordert, einen neuen Sinnzusammenhang herzustellen, um die besagte Sicherheit wieder zurück zu gewinnen. Es
gestaltet sich sozusagen wie eine Art nicht auflösbares Rätsel. Und eben das macht Jarvis Arbeiten spannend. Es liegt an jedem Einzelnen und innerhalb seines persönlichen Erfahrungsbereiches sich dem Rätsel zu stellen. Das bereitet sozusagen eine Form persönlichen Genusses, der uns an Helwigs Arbeiten hält."
par hasard
by Detlef Schlagheck
excerpt from the introductory text to the exhibition par hasard
Wohnraumgalerie 16 / Kiel 2023
"Jarvis Helwig
(...) He derives his material from the combination of paper fiber mass and wire mesh. At the end of the forming process, he covers the sculpture with colour. He paints it. Jarvis emphasizes that his art is part of a recycling process. The paper skin was once newspaper and letters. Text. In some of his sculptures he also uses furniture, which is further developed by his intervention. A certain context, namely the furniture context, is not eliminated, but opened up, so to speak. We always want to understand and categorize the world in order to move safely through our lives.
However, Jarvis' transformation and design make us feel insecure and challenge us to create a new context of meaning in order to regain the feeling of security. It is like a kind of unsolvable mystery, so to speak. And that is precisely what makes Jarvis' work so exciting. It is up to each individual and within their personal sphere of experience to confront the mystery. This provides a form of personal delight, so to speak, which keeps us involved in Helwig's work."
Ein Künstler "Im Rausch der Welle"
Von Sonja Wenzel
Auszug aus dem Artikel zur Ausstellung Im Rausch der Welle
Friesenanzeiger 2022
„(...) Die Kunstobjekte, die den Titel „Rhythmen“ tragen, prangen in Gouache- und Acrylfarben: zart blaugrau geädertes Rot, mit Gold durchschimmerndes Grün oder erdiges Braun. Manche Skulpturen wirken wie mit Velours überzogen.
(...) "Im Rausch der Welle“ ist offen für jedwede Deutung, letztlich eine individuelle , eigenwillige Interpretation der immerwährenden Wellenbewegung, die es lohnt, betrachtet und verinnerlicht zu werden.
Es ist mehr als nur symbolhaft sich erhebendes und überschlagendes Wasser, sich auftürmend und auflösend, wirbelnd, zerfransend – und zu neuen Strukturen findend; es ist eher die in geformtem Papier erstarrte – und doch so bewegliche – Wellenbewegung, die so vielen irdischen Vorgängen eigen ist, immer wiederkehrend und doch immer wieder anders."
An artist in "The rush of the Wave"
by Sonja Wenzel
excerpt from the article on the exhibition The rush of the Wave
Friesenanzeiger 2022
“(...) The art objects, which carry the title ”Rhythms", are tangible in gouache and acrylic colours: delicately blue-grey veined red, green shimmering through with gold or earthy brown. Some sculptures seem to be covered in velour. (...)
“Im Rausch der Welle” is open to any interpretation, ultimately an individual, idiosyncratic interpretation of the perpetual movement of waves that is worth contemplating and internalizing.
It is more than just symbolically rising and breaking water, tumbling and flowing, swirling, fraying - and forming new structures; it is rather the wave movement solidified in molded paper - and yet so mobile - that is characteristic of so many earthly processes, always recurring and yet always different."